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Gewässerperlen - Die schönsten Flusslandschaften der Schweiz

Autoren: Martin Arnold und Urs Fitze. Herausgegeben von WWF Schweiz. AT Verlag, Aarau und München 2018. 192 Seiten, zahlreiche Fotos, Wanderskizzen.

Das Buch wurde im Auftrag des WWF realisiert.

Rezension aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:

Vom Rausch an den Bächen

 Wer in die Schweiz reist, sucht Berge und nicht Flüsse. Gleichwohl ist dieses Bergland auch eine Art Wasserschloss, ist Quellgebiet großer Flüsse wie Rhein und Rhone, Inn und Tessin. Aber gerade um jene geht es nicht in diesem Buch, sondern um Flüsse, die noch nicht reguliert und kanalisiert sind, die also frei dahinströmen dürfen. Obwohl die Schweizer mit ihrer Wasserkraft gerne Geld verdienen, auch im Ausland, und daher viele Staudämme gebaut haben, gibt es auch solch wilde Bäche noch in den Alpen – nicht nur im Hochgebirge, sondern selbst im Schweizer Mittelland. Tausend solcher nahezu unberührter Wasser-Oasen soll es geben, hier wurden nun dreiundzwanzig solcher Gewässerperlen“ ausgewählt, darunter sind Gebirgsbäche im Engadin, etwa Brancla oder Ova Chamuera, aber auch größere Flüsse wie Reuss, Emme oder Sense, die vielerorts eingedämmt wurden, sich aber auf einigen unregulierten Abschnitten trotz des Zivilisationsdrucks eine wilde Schönheit bewahrt haben. Dass die Schweizer notfalls für Bäche und Moore Volksentscheide anzetteln, zeigt das schöne Kapitel über den bei Touristen kaum bekannten Fluss Biber im Kanton Schwyz. Das Buch bietet nicht nur prächtige Bilder, sondern auch Wandervorschläge, zu denen jeweils Tipps für Unterkunft und Anreise gehören – allerdings nur mit dem ökologisch korrekten Postbus. Das ist konsequent, denn das Buch wird von der Umweltorganisation WWF Schweiz herausgegeben. Gleichwohl sind die Texte erfreulich sachlich, kein ökologisches Lamento über den Raubbau an der Natur, sondern eher ein Appell zum Gewässerschutz. km.

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